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Von Amerika über den Atlantik nach Europa

Sömmerda | 14.09.2009

Dominique Görlitz zu Besuch bei TMPDominique Görlitz zu Besuch bei TMPDominique Görlitz zu Besuch bei TMPDominique Görlitz zu Besuch bei TMPDominique Görlitz zu Besuch bei TMP

Niemals aufgeben, sich immer wieder selbst motivieren und auch mal eingefahrene Wege verlassen – mit diesen Lebenseinstellungen hat es Dominique Görlitz fast geschafft, mit einem Schilfboot von Amerika über den Atlantik nach Europa zu segeln. Am 08.09. hielt er in Bad Langensalza einen Vortrag über seine abenteuerliche Reise. Eingeladen ins Friederickenschlösschen hatte die ortsansässige TMP Fenster + Türen GmbH, welche im Rahmen „20 Jahre TMP“ eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen hat. 


Der unbedingt notwendige Teamgeist bei einem solchen Vorhaben und die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen, um es das nächste Mal besser zu machen, das sind Eigenschaften, die uns als Unternehmen mit Dominique Görlitz verbinden“, sieht TMP-Geschäftsführer Bernhard Helbing viele Gemeinsamkeiten.

Bereits als Kind entdeckte der 1965 in Gotha geborene Görlitz seine Liebe zum Wasser. Angeregt durch die Berichterstattung über Thor Heyerdahl beschäftigt er sich seit seiner frühesten Jugend mit dem prähistorischen Schiffbootbau. Erste Versuche unternahm er mit selbstgebauten Schilfbooten auf einem nahen Stausee. Nach einem Lehramtsstudium für Sport und Biologie arbeitete er als Gymnasiallehrer. Derzeit schreibt er seine Doktorarbeit zum Thema „prähistorischer Kulturpflanzenaustausch“.


„Es gibt viele Beweise, dass bereits vor vielen tausend Jahren Atlantiküberquerungen stattgefunden haben müssen“, so Görlitz. So seien beispielsweise in Amerika Baumwolle und Flaschenkürbisse aus dieser Zeit nachgewiesen worden, die nur aus Europa stammen können. Umgekehrt fand man gehäckselte Tabakreste in der Mumie von Ramses II. (1298 v. Chr. bis 1213 v. Chr.), deren Ursprung in Amerika lag.

Mit seinen Aborah-Expeditionen wollte Görlitz nachweisen, das solche Reisen mit einfachsten Mitteln möglich seien. Zur Orientierung würden der Nordstern und ein Winkelmesser reichen. Das größte Problem sei jedoch das „Kreuzen vor dem Wind“ – das Segeln bei Gegenwind. Anhand antiker Zeichnungen erkannte Görlitz, dass die prähistorischen Boote über Seitenschwerter verfügt haben müssen – Bretter, die mit der Außenseite des Bootes fest verbunden waren und tief ins Wasser reichten. Der Effekt sei mit dem Kielschwert moderner Segelboote vergleichbar, erklärte Görlitz. Denn er musste sich einem weiteren Problem bei seiner Reise stellen: „Water Eddies“ - große natürliche Wasserwirbel im Golfstrom, die Schiffe völlig von der Route abbringen können, wenn sie nicht schnell genug und ausreichend manövrierfähig sind. „Unsere Vorfahren müssen die Meere genau gekannt haben“, ist sich Görlitz sicher. Leider sei dieses Wissen im Laufe der Zeit verloren gegangen.

Die Aborah III wurde 2005 in Bolivien gebaut und zum Startpunkt nach New York transportiert. Dabei wurde sie beschädigt und anscheinend erfolgreich repariert, was der Expedition später jedoch zum Verhängnis werden sollte. 2007 setzte sich dann das 12 Meter lange, 4,3 Meter breit und 10 Tonnen schwere Schiff in Richtung Europa in Bewegung. 40 Quadratmeter Segelfläche sollten die neun Männer und zwei Frauen bis nach Spanien bringen. Das Boot wurde vollständig ohne Schrauben und Nägel gebaut. Durch etwa 8000 Knoten wurde es so elastisch, dass es sich optimal den Wellen anpassen konnte.

Besonderen Wert legte Dominique Görlitz auf soziale Kompetenz seiner Mannschaft. Kommunikationsfähigkeit und vor allem Humor seien auf der etwa zweimonatigen Reise wichtig, welche nicht immer einfach war. Flauten mit absoluter Windstille, gutes Segelwetter und Stürme wechselten sich ab. Dann passierte es. Nach einem besonders schweren Sturm brach das Heck ab. Der nach dem Transport geflickte Schaden hatte sich als Schwachstelle erwiesen. Damit musste die Expedition nach 3000 gesegelten Kilometern und 1000 km vor dem Ziel etwa 500 km vor den Azoren abgebrochen werden.


„Fehler sind das wichtigste Prüfkriterium der Praxis“, lautet die Auswertung von Görlitz. Inzwischen plant er die Aborah IV, die genau nach dem Vorgängermodell gebaut werden soll. Allerdings dieses Mal direkt am Startpunkt in den USA, um Transportschäden zu vermeiden. Wenn er das nötige Geld zusammen hat, will er in zwei bis drei Jahren mit dem Bau beginnen. Bis dahin sucht Dominique Görlitz noch Sponsoren, die ihn unterstützen. Aufgeben kommt für ihn nicht in Frage. Wer helfen will, findet nähere Informationen unter www.abora.eu.

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