Weimar / Weimarer Land | 20.10.2010
Seit 2009 teilen die Partnerstädte Weimar und Blois eine neue
Gemeinsamkeit: die Rendez-vous mit der Geschichte, die vom 29. bis 31.
Oktober auch in Weimar stattfinden.
Nach der ersten Ausgabe 2009
zum Thema „Wagnis Demokratie/n“ wird das Weimarer Rendez-vous in diesem
Jahr auf „Reisen in (Un)Bekanntes“ gehen. In Vorträgen,
Podiumsgesprächen, Filmen und bei interkulturellen Abenden wird es um
verschiedene Arten des Reisens gehen. Das Geschichtsfest ist von einer
regen deutsch-französischen Zusammenarbeit geprägt. Die französische
Kultur ist dabei ein bedeutender Teil des Festivals: das zeigt sich
sowohl beim Filmfest als auch bei dem Abend zur französischen Küche. Das
französische Kulturbüro Thüringen unterstützt die zahlreichen
Veranstaltungen.
Während eine Weimarer Delegation rund um Oberbürgermeister Stefan Wolf nach Blois reist und über das Thema „Gerechtigkeit in Deutschland“ diskutieren wird, führt im Gegenzug das Geschichtsfest Blois in Weimar eine Diskussion über „Reisen für den Frieden vom Mittelalter bis 1945“.
- Carte blanche in Weimar - Reisen für den Frieden vom Mittelalter bis 1945, 30. Oktober, 17 Uhr, Musikschule „Ottmar Gerster“
Eine junge Generation von französischen Historikern und Kennern der deutschen Geschichte ist beim Geschichtsfest in Weimar anwesend: Alice Volkwein (beschäftigt sich mit dem Thema Flucht und Vertreibung), Dr. Nicolas Dufetel (Liszt-Spezialist), Dr. Aurélia Dusserre (über deutsche Entdecker der französischen kolonialen Erdkunde) und Dr. Natacha Rimasson-Fertin (Grimms Märchen). Dr. Johann Chapoutot und Dr. Thomas Serrier moderieren beide eine Podiumsdiskussion über „das Weimarer Dichtertreffen 1941“ sowie „Versöhnung nach 1945“.
- Flucht und Vertreibung, der geschichtspolitische Streit in -Europa
30. Oktober, 11 Uhr, Musikschule "Ottmar Gerster"
- I love Liszt - ein Weltbürger auf Reisen
31. Oktober, 12 Uhr, Stadtmuseum
- Das Weimarer Dichtertreffen 1941
30. Oktober, 18 Uhr, Hotel Elephant
Ein außergewöhnliches Treffen zwischen den Botschaftern Polens und Frankreichs sowie der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth wird am 28. Oktober stattfinden. Alle drei werden Einblicke in die Diplomatie hinter den Kulissen während des Mauerfalls gewähren. Außerdem werden Schüler aus den drei Ländern im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Weimarer Rendez-vous“ eine Ausstellung über die Europareise des Komponisten Frederic Chopin eröffnen.
- Hinter den Kulissen – Diplomatie 1989
28. Oktober, 19 Uhr, Kino mon ami
- I like Chopin, Künstler als Migranten früher und heute
29. Oktober, 18 Uhr, Musikschule "Ottmar Gerster"
Mehrere französische Akademiker haben sich intensiv mit Europa und dem Osten befasst. Anne-Marie Autissier und Daniel Schönpflug betonen die Wichtigkeit der Reise für die Entwicklung der „Konstruktion Europas“. Nicolas Beaupré und Etienne François zeigen die Eigenarten bei der Öffnung der europäischen Grenzen im 19. Jahrhundert und zugleich mit einhergehend die Entstehung des Nationalismus. Marc Delpech stellt die Teilnahme von Thüringern bei den ersten Pilgerreisen nach Jerusalem dar.
- Terra Sancta - Thüringer auf dem Weg ins Heilige Land
30. Oktober, 12 Uhr Stadtmuseum
- Nationale Grenzen und Europas neue Mobilität
30. Oktober, 15 Uhr - Musikschule "Ottmar Gerster"
- Von der Hanse bis Erasmus - Europa wächst zusammen
31. Oktober, 19 Uhr - Musikschule "Ottmar Gerster"
Reiseberichte spielen beim diesjährigen Weimarer Rendez-vous eine besondere Rolle. Dr. Annette Seemann kommentiert Werke der unermüdlichen Reisenden Mme de Staël und Victor Hugo. Das Geschichtsfest endet mit dem Vortrag „Essen auf Reisen“, eine kulinarische Reise durch das Frankreich des 16. bis 19. Jahrhunderts im „Bistrot français“.
- Von "Deutschland" über den "Rhein" nach Europa: Veränderte Reiseperspektiven
30. Oktober, 13 Uhr, Wittumspalais
- Essen auf Reisen
31. Oktober, 20 Uhr, Bistrot français
Weiterhin stehen vier französische Filme auf dem Spielplan: Zwei Pilgerfahrten, eine nach Mekka, die andere nach Santiago de Compostella. Zwei Reisen mit einem Verkehrsmittel, davon eine mit dem Zug in Osteuropa, um der Deportation zu entgehen; eine andere mit einem Bus zwischen Senegal und Guinea. Und das Ganze in Originalfassung!
- "Die große Reise/", 29. Oktober, 21 Uhr
- "Zug des Lebens/", 30. Oktober, 12 Uhr
- "TGV-Express - Der schnellste Bus nach Conakry / ", 01. November, 20 Uhr
- "Saint Jacques - Pilgern auf Französisch/", 06. November, 18 Uhr
Die Partnerschaft zwischen Thüringen und der
Picardie hat ebenfalls ihren festen Platz im Weimarer Rendez-vous mit
der Geschichte gefunden. So werden Schüler aus Weimar und Beauvais
Briefe von Deutschen und Franzosen im Zweiten Weltkrieg auswerten, um
diese Zeit besser zu verstehen. Weiterhin beschäftigt sich Annette
Becker, Vize-Präsidentin des Historial von Péronne (Somme), mit dem
Schicksal des im KZ Buchenwald umgekommenen Soziologen Maurice
Halbwachs.(Quelle: Weimar.de)

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