Weimar / Weimarer Land | 07.11.2011

Fachkräftemangel, Bild: Fotolia
Bis zum Jahr 2020 werden rund 200.000 Fachkräfte in Thüringen benötigt. Deshalb waren die beiden Schwerpunkt-Themen des „Thüringer Mittelstandsforum 2011“: Fachkräfte-Scherung und Personal-Management.
Fachleute von Hochschulen und Instituten, aus Wirtschaft und Politik sind nach Weimar gekommen, um mit den Gästen über diese Fragen zu diskutieren. „Wir müssen jetzt die richtigen Schritte einleiten, wenn wir Fachkräfte für die kommenden Jahre sichern wollen“, sagte Jochen Staschewski, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, vergangene Woche bei der Eröffnung.
Berufsbildung stärken, gute Arbeit ausbauen
Das Wirtschaftsministerium hat bereits mehrere Maßnahmen ergriffen – so z.B. mit dem berufsbegleitenden Master-Studium oder dem Programm für den Arbeitsmarkt. „Aber auch die Zahlung guter Löhne und die Verbesserung der Mitbestimmung in den Betrieben sind zentrale Voraussetzungen, um gut ausgebildete Arbeitnehmer hier im Lande zu halten“, sagte der Staatssekretär.
Auch gute Löhne entscheidend
„Wir brauchen eine Kultur, die den Arbeitnehmern deutlich macht, dass ihre Arbeit und Leistung geschätzt werden“, so Staschewski. Der Mittelstand werde gestärkt, wenn sich gute Löhne, mehr Mitbestimmung und ein fairer Umgang im Unternehmen durchsetzen. Ein deutliches Signal wäre, wenn sich Thüringen im Bundesrat für einen gesetzlichen Mindestlohn stark machen würde, der in Ost und West gleich wäre.
„Thüringen braucht ein breites Bündnis aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Hochschulen, das gute Arbeit umsetzt“, so der Staatssekretär. „Wenn sich herumspricht, dass Thüringen ein guter Wirtschaftsstandort ist und Vorreiter bei guter Arbeit, dann bleiben die gut ausgebildeten Leute im Land.“
Bereits umgesetzte Maßnahmen
Auf dem Mittelstandsforum berichtete Staschewski auch von den Maßnahmen, die das Wirtschaftsministerium zur Stärkung der beruflichen Bildung und Weiterbildung unternommen hat. Dazu zähle ein „nulltes Ausbildungsjahr“: Es soll Jugendlichen Orientierung geben, die noch nicht reif für eine Ausbildung sind. Mit den Kammern und der Regional-Direktion Sachsen-Anhalt/Thüringen der Bundesagentur für Arbeit wurde eine Vereinbarung zur Umsetzung dieser Einstiegs-Qualifizierung abgeschlossen.
Zudem hat das Ministerium das Programm „Berufsstart Plus“ um rund 4 Millionen Euro aufgestockt. Es gibt Schülern ab Klasse 7 eine Berufsorientierung. Hinzu kommen die Stärkung der Weiterbildung: Mit dem Weiterbildungs-Scheck und dem berufsbegleitenden Master-Studium werden Arbeitnehmer, die mitten im Berufsleben stehen, unterstützt. „Die Stärkung der Berufsbildung ist ein weiteres zentrales Thema, um Fachkräfte für die Thüringer Unternehmen zu sichern“, so der Staatssekretär.

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