Südthüringen | 11.04.2011

Katastrophe in Japan erreicht südthüringische Wirtschaft
Der Geschäftsklimaindex des Münchner ifo-Instituts ist im März 2011 geringfügig gesunken. Die IHK Südthüringen sieht darin Auswirkungen der Erdbeben-Katastrophe in Japan.
Das Münchner ifo-Institut gibt allmonatlich einen Geschäftsklima-Index heraus, der die erwartete konjunkturelle Entwicklung in Deutschland bemisst. Im März ist nun der Geschäftsklima-Index gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Volkmar Ludewig, stellvertretender Haupt-Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK), erklärt hierzu: „Das ist die erste Umfrage nach den schrecklichen Ereignissen in Japan. Der Indikator geht zurück, weil sich die Geschäfts-Erwartungen branchenübergreifend verschlechtern.“
IHK Südthüringen: Kurzfristige Engpässe durch „just in time“
Die IHK Südthüringen sieht für die deutsche Wirtschaft nur kurzfristige Auswirkungen der Katastrophe in Japan. „Die deutsche Wirtschaft wird zwar mittelfristig von der Dynamik des Wiederaufbaus der japanischen Wirtschaft profitieren. Kurzfristig stellen sich aber Engpässe insbesondere bei Automobil-Herstellern ein, weil dort im Schnitt 10 Prozent der Bauteile aus Japan kommen.“ Laut Volkmar Ludewig von der IHK Südthüringen haben die erwarteten Engpässe einen einfachen Grund: „Das ist die Konsequenz eines effizienten Geschäftsmodells, das bisher auf die Zulieferung „just in time“ setzte und auf Sicherheits-Lagerbestände verzichtete“, so der stellvertretende IHK Haup-Geschäftsführer.
Umfrage der IHK Südthüringen
Der ifo Geschäftsklima-Index bezieht sich auf die erwartete konjunkturelle Entwicklung im ganzen Bundesgebiet. Aber auch speziell in Südthüringen werden wirtschaftliche Auswirkungen der Katastrophe in Japan erwartet. Die Industrie in Südthüringen reagiert laut der IHK Südthüringen sensibel auf Veränderungen beim Angebot von Energie und Rohstoffen. Verknappt sich dort das Angebot, steigt der Preis. Die IHK Südthüringen hat kürzlich eine repräsentative Umfrage durchgeführt. In dieser Umfrage bezeichneten 67 Prozent der Industrie-Unternehmen die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise als eines der größten Risiken für die Entwicklung ihres Unternehmens in den nächsten Monaten.
IHK Südthüringen: „Abhängigkeiten reduzieren“
Die IHK Südthüringen forderte außerdem, Lehren aus der jetzigen Lage zu ziehen. „Die Ereignisse in Japan zeigen, wie schnell aus abstrakten Risiken Realität werden kann. Daher muss verstärktes Nachdenken und Handeln darüber einsetzen, wie Abhängigkeiten gegenüber Atomenergie und ausländischen Vorprodukten reduziert werden können“, ließ die IHK Südthüringen über ihre Webseite verlauten.

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