Südthüringen | 13.10.2010
"Wenn Thüringen das 'Grüne Herz' Deutschlands ist, dann ist das Erfurter Kreuz das wirtschaftliche Herz Thüringens" - für Hilmar Klepp, Vorstand der Eon Thüringer Energie AG, ist es klar, dass der wirtschaftliche Motor des Freistaates im Ilmkreis zu finden ist. Und wo sich Industrie ansiedelt, wird auch Strom benötigt. Der fließt für das Erfurter Kreuz zum großen Teil über Arnstadt und hier über das Umspannwerk im Elxlebener Weg.
Als schnell nach der Wende der Stromverbrauch dramatisch sank, wurden auch Netze und Anlagen zurückgebaut beziehungsweise verkleinert. Die neuen Gewerbeansiedlungen speziell im nördlichen Ilmkreis sorgten aber inzwischen dafür, dass das erst 2001 neu errichtete Umspannwerk nicht mehr ausreichte. Die jetzt für 7,5 Millionen Euro im Auftrag der Thüringer Energienetze GmbH errichtete Anlage erhöht insbesondere die Leistungsfähigkeit für den weiterhin wachsenden Strombedarf der Wirtschaft am "Erfurter Kreuz", sorgt für Spannungsqualität und Stromverfügbarkeit, wie sie für die zum Teil hochsensible Produktion im Gewerbegebiet benötigt wird. Der Erweiterungsbau umfasste die Einbindung von zwei weiteren 110-kV-Transformatoren (insgesamt jetzt fünf Stück) sowie die Errichtung einer 110-kV-Freiluft-Schaltanlage mit Doppelsammelschiene und entsprechenden Nebenanlagen.
Zeitgleich investierte die Stadtwerke Arnstadt GmbH rund 1,6 Millionen Euro in eine neue 20-kV-Schaltanlage. Gemeinsam mit den Stadtwerken wurde zudem ein neues Schalthaus errichtet, das von der Netzleitstellen der Eon in Erfurt und der Stadtwerke in Arnstadt fernbedient wird.
Fast 40 auf dem Dach installierte Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 7,02 kWp sorgen außerdem künftig dafür, dass das Umspannwerk nicht nur Strom verteilt, sondern Sonnenstrom selbst erzeugt und ins Netz einspeist.
Im Umspannwerk Arnstadt wird der Strom zunächst von 110 000 Volt auf 20 000 Volt transformiert. Die Weiterverteilung erfolgt anschließend zum einen in Verantwortung der Stadtwerke Arnstadt an ihre rund 17 000 Netzkunden, zum anderen durch die Thüringer Energienetze GmbH an mehr als 50 Klein-Trafostationen in 13 Ortschaften des nördlichen und östlichen Ilmkreises.
Bis Ende 2011 wird sich der Stromverbrauch im Großraum Arnstadt gegenüber dem Wert von 2005 verdreifacht haben. Alleine dieser Wert verdeutlicht, was sich hier getan hat. (TA)
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