Verein Stadtgeschichte e. V. Arnstadt

Arnstadt und das Bier

Südthüringen | 29.07.2010

Bier Bier

Arnstadt hat eine lange und berühmte Brautradition. Darauf will das erste Arnstädter Brauhoffest am Wochenende hinweisen, das der Verein Stadtgeschichte e. V. ausrichtet.

Wie viele Brauhöfe gab es überhaupt früher in Arnstadt? Wer es weiß, kann sich am Bierquiz beim ersten Arnstädter Brauhoffest beteiligen. Wer es nicht weiß, sollte trotzdem hingehen. Denn von Freitag bis Sonntag werden in der "Goldenen Henne" solche Fragen aufgeklärt.

Wer bei Arnstädter Brauereien bisher nur an den Felsenkeller dachte, wird überrascht sein. Denn nicht nur die "Henne" hatte früher Braurecht (wie viele andere Anwesen auch), sondern ganz in deren Nähe steht eine ebenfalls sehr geschichtsträchtige Brauerei, die der Familie Kürsten. Heute ist sie zwar ungenutzt, aber ein Vortrag zum Brauhoffest wird an ihre besseren Zeiten erinnern. Und dass Arnstadt über das Libretto einer Bieroper verfügt, das immer noch einer Neuvertonung harrt, soll ebenfalls zur Sprache kommen. "Wir haben so viele Potenziale in der Stadt, die mit dem Bier zu tun haben", sagt Henne-Wirt und Vereinsvorsitzender Jörg Becker, "es wird Zeit, dass man sich darauf besinnt und sie besser in die Vermarktung einbezieht". Eine "Bieroper" zum Beispiel gibt es sonst nirgendwo. Aber es gibt allein 450 Brauereien in Deutschland, die sicher gern bei ihren Veranstaltungen darauf zurückgreifen würden. Arnstadt hätte dabei die Chance, sich bundesweit positiv ins Gespräch zu bringen.

Einen Anfang will der Verein für Stadtgeschichte mit dem ersten Brauhoffest machen. Dazu gibt es ab Freitag im Keller der "Henne" eine Ausstellung über "Arnstadts Brauhäuser und Brauereien vom Mittelalter bis heute", am Nachmittag böhmische Blasmusik und am Samstag ab 19 Uhr eine Abendveranstaltung mit Informationen und Geschichten rund um den Gerstensaft, das Bierquiz und Anspielungen aus der Bieroper. Für 6,66 Euro ist man nicht nur dabei, sondern erhält sogar noch ein Freibier. Am Sonntag klingt das Fest dann mit einem Frühschoppen aus.

Angesichts der Potenziale in der Stadt ist das erste Fest ein bescheidener Anfang, auch wenn viele Partner beteiligt sind, unter anderem auch die Stadtbrauerei. Aber es ist ein ausbaufähiger Start, sagt Becker. Parallel dazu hat der Verein auch ein Buchprojekt über Brauhöfe in Arnstadt in Arbeit. Wenn das fertig ist, dürfte sich die Frage nach deren Anzahl wohl endgültig erledigt haben. (TA)