Stadt Sömmerda

Stadt Sömmerda hatte kein Interesse an Kiesgrube Leubingen

Sömmerda | 05.08.2010

Der Sömmerdaer Stadtrat möge auf seiner Sitzung am 26. August eine Lösung für die Weiterführung des Badebetriebes an der Kiesgrube bei Leubingen finden. Das wird bereits mit über 2000 Unterschriften aus der Bevölkerung gefordert.

Der Verein Modellsegeljachtclub ist inzwischen selbst aktiv geworden und hat den Bürgermeister angeschrieben, informiert Luise Wagner. Die Modellfreunde bauen seit mittlerweile vier Jahrzehnten ihre Segler, seit 20 Jahren im Verein - was für die 20 Mitglieder ein Grund zum Feiern ist. "Wir haben seit 1986 unser Vereinsobjekt an der Kiesgrube. Der Kreisbaubetrieb als damaliger Betreiber hat uns das Gelände, auf dem das Vereinshaus steht, übertragen", blickt Luise Wagner zurück und fügt hinzu, dass ihnen der Bürgermeister zugesagt habe, dass er sich für den Verein verwenden wird. "In drei Wochen soll es ein Ergebnis geben." Man sei zuversichtlich.


August Bachroth (76) hat auch lange geglaubt, er wäre beim Sömmerdaer Bürgermeister an der richtigen Adresse und die Stadt hätte ein Interesse an der Kiesgrube. Immerhin gibt der Schwimmmeister die Zahl der Badegäste in der Saison 2009 mit 50.000 an, etwa 300 Leute würden den FKK-Strand nutzen. Darüber hat unsere Zeitung schon zum Auftakt der Unterschriftenaktion berichtet.
Bürgermeister Wolfgang Flögel (Mandat Linke) hat bereits Mitte Juli beschwichtigt: Es solle alles so bleiben, da gebe es nicht den geringsten Anlass zu zweifeln. Immerhin zahlt die Stadt jährlich 46.000 Euro für die Absicherung des Badebetriebes. Eine freiwillige Leistung.

Viele Gäste am Baggersee haben allerdings Sorge, dass der Landesangelfischereiverband, der bereits ein Drittel des Gewässers von Privat gekauft hat, im nächsten Jahr das Gelände für sich beansprucht und das Baden eingeschränkt, schlimmstenfalls passé ist.
August Bachroth aus Guxhagen ist ein ehemaliger Leubinger, der an den Landesverband verkauft hat. "Ich hatte bereits ab 2003 der Stadt das Angebot unterbreitet, meine Fläche zu kaufen. Ich wollte damit auch das Problem der Verkehrs- und Haftpflicht lösen, auf das ich durch meinen Rechtsbeistand hingewiesen worden war", berichtet August Bachroth, der immer noch zu gern nach Leubingen kommt und hier eine Wohnung hat, im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch 2007 und 2008 habe es auf seine schriftlichen Angebote seitens der Stadt gehießen: Kein Interesse. Als sich Mitte Mai 2009 der Landesangelfischereiverband bei ihm meldete und ihm ein Kauf- bzw. Pachtangebot unterbreitete, habe er seine 8120 Quadratmeter des 3,8 Hektar großen Gewässers für rund 9000 Euro veräußert. "Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass die Kiesgrube für Leubingen erhalten bleibt", sagt der alte Herr, dessen Herz an seinem Heimatort hängt. Sechs Jahre hat er sich um einer Lösung bemüht. (Thüringer Allgemeine)

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