Thüringer Wirtschaftsministerium

Machnig: Gesundheitswirtschaft stärkt Thüringer Wirtschaft

Sömmerda | 03.09.2010

Krankenhaus, Foto: Fotolia Krankenhaus, Foto: Fotolia

Auf Einladung von Prof. Heinz Lohmann, Gesellschafter der WISO HANSE management GmbH, hat der Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig am 1. September an einem Kongress zur Gesundheitswirtschaft in Hamburg teilgenommen. Die WISO HANSE management GmbH ist ein Unternehmen, das in den Bereichen Gesundheit und Soziales Gutachten erstellt und Tagungen organisiert. „Die Gesundheitswirtschaft ist aufgrund des demografischen Wandels und aufgrund der vielen Hightech-Produkte eine Boombranche“, so der Minister. 

 Der Kongress habe viele Möglichkeiten geboten, mit Unternehmen aus anderen Bundesländern ins Gespräch zu kommen und für den Gesundheitsstandort Thüringen zu werben.

 

Die Gesundheitswirtschaft in Deutschland hat eine große wirtschaftliche Bedeutung mit hohen Wachstumschancen: Sie ist mit 10,5 Prozent an der Bruttowertschöpfung beteiligt. Bis 2010 soll der Anteil auf 13,1 Prozent ansteigen. „Die Unternehmen und Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft werden in den kommenden Jahren entscheidende Trends setzen und damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung Thüringens als Wirtschaftsstandort leisten“, sagte Machnig auf dem Kongress. In Thüringen habe allein die Medizintechnik eine temporeiche Entwicklung hinter sich: Rund 250 Unternehmen inklusive Zulieferer seien heute in dieser Branche aktiv. Seit der Wende hätten sich die Beschäftigtenzahlen verdreifacht. Und auch innerhalb der Neuen Bundesländer sei die Branche führend: Rund 40 Prozent der Beschäftigten aus der Medizintechnik seien im Freistaat zu finden. „Diese Erfolgstory ist eine Stärke der Thüringer Wirtschaft“, so Machnig. „Die Medizintechnik hat gezeigt, dass sie ein hohes Wachstumspotenzial besitzt.“
 
Entscheidend für die Zukunft des Gesundheitsmarktes sei, dass es mehr Wettbewerb gebe. „Über den Wettbewerb muss es gelingen, die Kosten zu kontrollieren, die Qualität der Versorgung zu verbessern und die Ressourcen für notwendige Innovationen und Investitionen voranzubringen“, forderte der Minister. Der bestehende Gesundheitsfonds würde dem im Wege stehen, er sei wettbewerbsfeindlich.
 
Auch für die Beschäftigten spielt der Gesundheitssektor eine wichtige Rolle. Machnig: „Die Gesundheitswirtschaft ist ein Jobmotor.“ In Deutschland arbeiten allein 13,8 Prozent der Erwerbstätigen (rund 5,4 Millionen Menschen) in diesem Sektor. Bis 2030 werde die Zahl auf 21 Prozent (rund 7,4 Millionen) wachsen. Laut einer Studie der TU Darmstadt sei der Job-Zuwachs in der Pflegebranche mittlerweile sechsmal so hoch wie in der Gesamtwirtschaft. Und auch in Thüringen würden rund 43.000 Fachkräfte in den kommenden zehn Jahren gebraucht, ergab die aktuelle Fachkräftestudie für die Thüringer Gesundheits- und Sozialwirtschaft. „Umso mehr muss unser Aktionsprogramm Fachkräftesicherung jetzt umgesetzt werden“, sagte der Minister. „Fachkräfte auszubilden, im Freistaat zu halten und für die Berufe in der Gesundheitswirtschaft zu gewinnen – da muss Ziel für die kommenden Jahre sein.“
 
Auch müsse das Image von Berufen wie Pflegern, Krankenschwestern und Krankengymnasten gestärkt werden, z.B. über faire Löhne und Arbeitsbedingungen. Rund 32.300 Beschäftigte arbeiten in Thüringen in diesen Berufen. „Hier brauchen wir einen Imagewechsel, wenn wir die Fachkräftelücke in den kommenden Jahren schließen wollen“, so Machnig.