
Telekommunikation: Wir verbinden Menschen
Die Thüringer Landesregierung hat heute das „Aktionsprogramm Fachkräftesicherung und Qualifizierung“ verabschiedet. „Bis 2030 wird Thüringen demographiebedingt ein Drittel seines Fachkräftepotentials verlieren. Deshalb müssen wir jetzt mit Ausbildung und Qualifizierung gegensteuern“, sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig. Die Deckung des Fachkräftebedarfs sei die Schlüsselfrage für die weitere ökonomische Entwicklung.
Zugleich gehe es bei dem „Aktionsprogramm“ auch darum, Angebote für gering Qualifizierte zu machen, um sie zur Deckung der wachsenden Arbeitskräftenachfrage zu gewinnen und ihnen berufliche Perspektiven im Freistaat zu eröffnen. „Unser Ziel muss bleiben, die wachsende Spaltung des Arbeitsmarkts zu überwinden“, sagte Machnig.
Das Aktionsprogramm beinhaltet fünf Leitlinien zur Fachkräftesicherung, die mit konkreten Maßnahmen unterlegt werden. Diese fünf Leitlinien sind:
1. Die Berufsorientierung weiterentwickeln
2. In Thüringen ausbilden – in Thüringen arbeiten
3. Durch mehr Weiterbildung und Qualifizierung die Wettbewerbsfähigkeit
von Unternehmen stärken und Beschäftigung sichern
4. Vereinbarkeit von Familie und Beruf voranbringen
5. „Haltestrategien“ entwickeln
„Auch vermeintlich schwächere Jugendliche müssen ausgebildet, ältere Beschäftigte lebensphasenorientiert weitergebildet und qualifiziert werden“, betonte der Wirtschaftsminister. Im Aktionsprogramm ist deshalb auch das „nullte Ausbildungsjahr“ als praxisorientierte Einstiegsqualifizierung vereinbart worden. Zudem soll das Potential junger Arbeitsloser ohne Berufsabschluss stärker genutzt werden. Es gehe darum, diese für eine Ausbildung zu gewinnen oder auch nachzuqualifizieren. Zwei zentrale Ziele, die Verringerung der Arbeitslosigkeit und die Versorgung der Unternehmen mit Fachkräften, könnten damit gleichzeitig erreicht werden, so der Minister.
Schließlich müsse die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert werden, um gerade die jungen Frauen im Freistaat zu halten. Unternehmen, die auf die Familiengründungsphase ihrer Mitarbeiter Rücksicht nehmen, hätten gute Argumente im Wettbewerb um die besten Köpfe. Außerdem sollen neue Haltestrategien entwickelt werden, damit die Fachkräfte, die in Thüringen teuer ausgebildet werden, anschließend auch in Thüringen bleiben und der Wirtschaft im Freistaat zur Verfügung stehen. Außerdem müsse der Ausbildungs- und Beschäftigungsstandort Thüringen positiv zu vermarktet werden, um junge Leute für Thüringen zu gewinnen. Die Voraussetzungen dafür sind nicht schlecht: Laut einer Umfrage der TU Ilmenau und der LEG erfreut sich der Freistaat bei den Studenten auch von außerhalb Thüringens einer großen Beliebtheit. „Wir brauchen den Dreiklang: Fachkräfte halten, qualifizieren und gewinnen“, so der Minister.
Zur Lösung der Fachkräftefrage sei ein konzertiertes Vorgehen aller Beteiligten erforderlich, sagte Machnig. Es sei deshalb erfreulich, dass das Aktionsprogramm unter Beteiligung von Arbeitgeberverbänden, Wirtschaftskammern, Gewerkschaften, Wissenschaft und der zuständigen Ministerien vorbereitet worden sei und von diesen getragen werde. Mit der Umsetzung solle unmittelbar begonnen werden.
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