Ostthüringen | 30.05.2011

Ostthüringer Unternehmen sind derzeit vorsichtig optimistisch, Symbolbild, Quelle: Fotolia
Das Ostthüringer Wirtschafts-Wachstum hält zwar an. Die IHK-Konjunktur-Umfrage unter 420 Unternehmen zeigt dennoch nur vorsichtigen Konjunktur-Optimismus.
Der Aufschwung in der Ostthüringer Wirtschaft hält weiter an. Wenngleich auch weniger dynamisch. Aktuell bewerten 36 Prozent der befragten Ostthüringer Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage als positiv. 50 Prozent sehen die Ostthüringer Wirtschaft als zufriedenstellend. Nur 14 Prozent erwarten im nächsten Jahr eine Verschlechterung. Auch der Blick auf die nächsten Monate bleibt vorsichtig optimistisch. Das ergab die Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostthüringen zu Gera. Daran hatten sich 420 Unternehmen beteiligten.
Rekord-Optimismus und –Investitionen in Ostthüringen
Die Ostthüringer Konjunktur wird weiter vom verarbeitenden Gewerbe getragen. Mehr als die Hälfte der befragten Industrie-Unternehmen bewerten ihre wirtschaftliche Lage als gut. Das ist der höchste Wert seit Jahren. Die Zahl der Auftrags-Eingänge wird auf hohem Niveau gehalten. Die Auslands-Nachfrage ist jedoch weiter rückläufig. Zum Glück sind die Auftrags-Eingänge aus dem Inland nahezu unverändert. Zwei Drittel der befragten Firmen arbeiten mit einer Kapazitäts-Auslastung über 80 Prozent. 30 Prozent der Unternehmer erwarten eine günstigere, knapp 56 Prozent eine gleichbleibende Geschäftslage. Die Zuversicht spiegelt sich auch in der gestiegenen Investitions-Bereitschaft wider. Die Investitions-Ausgaben erreichen Rekordniveau.
Baugewerbe gut gestartet
Das Baugewerbe ist nach dem frühen Wintereinbruch und dem Auslaufen der Konjunktur-Programme gut ins neue Jahr gestartet. Die künftige Geschäftslage schätzen die Unternehmen im Frühjahr ohnehin wesentlich optimistischer ein. 17 Prozent rechnen mit steigenden Aufträgen. 56 Prozent erwarten eine stabile Entwicklung. Das sind die besten Werte seit der Wirtschaftskrise. Damit liegt das Ostthüringer Baugewerbe im bundesdeutschen Trend.
13 Prozent der Unternehmer suchen Mitarbeiter
13 Prozent der befragten Firmenchefs wollen neue Mitarbeiter einstellen, 10 Prozent planen Entlassungen. Seit Jahresbeginn sind die Aufträge aus dem Ausland zurückgegangen. Und natürlich die daraus resultierenden Export-Erwartungen. Die weiterhin hohe Binnen-Nachfrage kann dies nicht komplett auffangen.
Unternehmer sehen globale und nationale Risikofaktoren
„Steigende Energie- und Rohstoffpreise sind für die Unternehmer Risiko-Faktoren. Auch die politische Lage in Nordafrika und der arabischen Welt könnten dämpfend wirken“, so IHK-Präsident Albrecht Pitschel. Eine weitere Verschärfung der EU-Schuldenkrise könne sich ebenso negativ auf die Ostthüringer Wirtschaft auswirken.
Trotz Knick in der Umsatz-Kurve positiv
Der konjunkturelle Aufschwung bei Dienstleistungen und Handel im Frühjahr 2011 füllt nicht die Kassen der Unternehmen. Zwar bleiben die Umsätze auf hohem Niveau. Aber immer weniger Dienstleister und Händler können Gewinne erzielen. Bei den Groß- und Einzel-Händlern arbeiten nur noch 35 Prozent der Befragten mit Gewinn. Unter den Dienstleistern erwirtschaftete bei der letzten Umfrage noch jeder Zweite Gewinn. Aktuell ist es nur noch jeder Dritte. Die Gründe liegen in deutlich gestiegenen Kosten der Unternehmen. Die Aussichten für die nächsten zwölf Monate schätzen beide Branchen dennoch positiv ein.
Die Sorgenkinder Ostthüringens
Die Verkehrs- und Tourismusbranche bleiben die „Sorgenkinder“ der Ostthüringer Wirtschaft. Immer weniger Unternehmen schaffen es, ihre Kosten zu decken bzw. Gewinne zu erwirtschaften. Zusätzliche Abgaben und Gebühren an die Kommunen (Reizwort „Bettensteuer“) sorgen zusätzlich für Pessimismus.

Die IHK Ostthüringen lädt Unternehmer und Existenz-Gründer zum Finanzierungs-Sprechtag ein. Dieser findet am 30. Mai 2011 in Gera statt. [zum Artikel »]

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