Nordthüringen | 10.08.2010
Seit dem 9. August thematisiert die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen in einer Wanderausstellung das Leid von tschechischen Zwangsarbeitern während des Naziregimes. Wie die Gedenkstätte mitteilte, zeigt die Schau unter dem Titel «Im Totaleinsatz» die Entwicklung, den Umfang und das System der Zwangsarbeit während der nationalsozialistischen Besatzung im damaligen Tschechien.
Zu sehen sind Rekrutierungsmaßnahmen sowie die Arbeits- und Lebensbedingungen. Dokumentiert werden zudem Strafmaßnahmen in den nationalsozialistischen «Arbeitserziehungslagern». Dazu greift die Ausstellung auf fast 250 vor allem persönliche Dokumente und Fotografien zurück.
Zu sehen ist die vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds erarbeitet und gemeinsam mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide ins Deutsche übersetzte Ausstellung bis Ende Oktober.
Zwischen 1939 und 1945 mussten etwa 600 000 tschechische Frauen und Männer Zwangsarbeit für das Naziregime verrichten. Nach Angaben der Gedenkstätte forderten deutsche Behörden nach der Errichtung des «Protektorats Böhmen und Mähren» im März 1939 die tschechische Bevölkerung dazu auf, sich zur Arbeit in Deutschland zu melden. Dabei wurden die Rekrutierungsmaßnahmen immer drastischer. Höhepunkt war die Dienstverpflichtung ganzer Jahrgänge, der «Totaleinsatz».

B4B MITTELSTAND bedient den aktuellen Informationsbedarf des Mittelstands. Die Beiträge vermitteln einen Überblick über das jeweilige Thema und zeigen dessen praktischen Nutzen auf.