Gotha | 11.08.2010

Dreizehn Sternenkämpfer, drei Gewinner und ein Sieger
Der Fachschulsportverein 1950 Gotha e.V. holte sich den „Stern des Sportes“ 2010 in Bronze im Landkreis Gotha. Zweiter im Wettbewerb wurde die Sparte Rehabilitationssport des Bodelschwingh-Hof Mechterstädt e. V. und als dritter Sieger ging Bushido Waltershausen durchs Ziel. Seit 2009 schreiben der Kreissportbund und die Raiffeisenbank Gotha eG den Preis aus.
Der FSV bekam zum Pokal 1.500 Euro Siegprämie, 500 € bzw. 300 € gehen an die Platzierten. Damit verteidigt der Fachschulsportverein seinen Sieg im Vorjahr und stellt sich jetzt auch wieder im Landesausscheid um den Silber-„Stern“. Seit 2004 wird der Wettbewerb vom Deutschen Olympischen Sport-Bund und dem Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken veranstaltet. Dem Bundessieger winken neben dem Stern in Gold auch 10.000 € Prämie. Nicht sportliche Höchstleistungen werden geehrt. Vielmehr stehen nachhaltige Aspekte von z. B. die Generationen übergreifender Integration im Mittelpunkt.Bank-Vorstand Heiko Wasserthal gab bei der Preisverleihung diese Randnotiz zum Besten. Und ebenso locker ging es weiter, als er von den Tücken der Jury-Arbeit berichtete: „Wir hatten es alle miteinander recht schwer, unter den drei Siegern den Allerbesten zu küren. Die Vereins-Aktivitäten mögen noch so verschieden gewesen sein – sie einte aber die brillante Idee, die große Massen zu begeistern wusste und das enorme ehrenamtliche Engagement, sie auch umzusetzen.“ Wasserthal schwärmte aber auch von den begeisternden Ideen, von denen er beim Bundes-Finale in Berlin erfuhr: Da räumen beispielsweise drei Vereine ihren Mitgliedern – bei einer bezahlten Mitgliedschaft – gegenseitig die Teilnahme an verschiedenen Angeboten an. „Das sorgt für mehr Attraktivität, stärkt jeden Verein und die neu entstehenden Kontakte des unterschiedlichen Klientel untereinander lässt Neues wachsen, was vor allem der Region zugute kommt …“
Ein Vorgehen, das im Übrigen die Raiffeisenbank seit Jahren praktiziert: Sie etabliert und fördert Netzwerke zwischen sich, ihren Kunden und den Sport- und Feuerwehrvereinen sowie Schulen, die von der Bank gesponsert werden.
Der Netzwerk-Gedanke und der regionale Nutzen bestimmte daher auch die Initiative zur Beteiligung am Wettstreit um die „Sterne des Sports“. Die drei siegreichen Vereine verkörpern diese Aspekte beispielhaft: Mehr als 1.600 Mitglieder hat der FSV 1950 und ist damit mit Abstand der größte Verein im Landkreis. Nicht ohne Stolz berichtete das Vereinsvorsitzender Matthias Rehme von über 1.000 Besuchern des 4. Familiensonntags, den der FSV ausgerichtet hatte. „Unsere Vereinsphilosophie ist es, Breitensport im besten Sinne des Wortes zu fördern.“ Auch die Judo-Mini-WM erwies sich als Knaller – beim Publikum und erst recht bei den kleinen Sportlern.
Um einen Hauch mussten sich deshalb die Reha-Sportler aus Mechterstädt dem Gothaer Groß-Verein geschlagen geben. Dabei fuhren die Bodelschwingh-Höflinge schweres Geschütz auf: Olympische Siege und anderes Edelmetall weisen nicht nur die badminton- und Bowlingspieler auf. Trotz diverser Handicaps räumen sie seit Jahr und Tag auf internationalem Parkett ab. Vorstandsvorsitzender Thomas Gurski betonte vor allem, dass auch im Vorstand des Vereins Behinderte mitwirken. „Wir wollen nicht für, sondern mit ihnen etwas bewegen.“ Das gelingt augenscheinlich, wie die beeindruckende Medaillenbilanz zeigt.
Doch auch Klaus Bitsch, Gründer, Kopf und Motor vom Bushido Sportzentrum Waltershausen, braucht sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Aus den Reihen seiner Karateka kamen schon Welt- und Europa-Meister. „… aber nur im Nachwuchsbereich der Klassen U 21 und U17“, schränkt der gebürtige Südhesse ein, der seinen prägnanten Dialekt auch nach 20 Jahren in Thüringen nicht verloren hat. „Wir wollen nun einen Titel in der Leistungsklasse.“ Zur EM 2015 soll das Wirklichkeit werden. Deshalb hat der ehemalige Leistungssportler „die extremsten Talente“ unter seinen Karate-Kids in einer speziellen Trainingsgruppe vereint. Zweimal täglich geht es auf die Matte, nebenher muss aber auch das Schulpensum geschafft werden. Harte Bandagen für die rund zwei Dutzend Roh-Diamanten, die jetzt den Bitsch-Schliff bekommen, um Maß der (Karate-)Dinge in Europa in fünf Jahren zu sein. Bisher habe auch nur einer aus dem Zirkel das Handtuch geworfen, weshalb Bitsch – cool und souverän wie immer – abschließend versicherte: „Wir holen den Sieg!“
Allen dreizehn Vereinen, die sich am 2010er Wettstreit im Kreis beteiligt hatten, flatterte bereits eine Überweisung von 100 Euro „Startgeld“ ins Haus. „Für uns ist jedes Engagement aller Ehren wert – und eine kleine Prämie dazu …“, betonte Bankvorstand Heiko Wasserthal.

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