Erfurt | 30.05.2011

Kai Ondratschek und sein ArachNOphobia-Roboter, Quelle: Messe Erfurt
Auf der Rapid.Tech 2011 in Erfurt standen die generativen Fertigungs-Verfahren im Fokus. Rund 1.200 Besucher konnten sich für einen Spinnen-Roboter begeistern.
Beschleunigung ist heutzutage ein wesentliches Merkmal von Wirtschaft und Technik. Dies trifft insbesondere auch auf die noch relativ jungen additiven Fertigungs-Verfahren zu. Bei diesen entstehen Werkstücke nicht durch Wegnahme von Material, sondern mittels Aufbau. Zum einen verkürzen diese neuen Methoden die Produktionszeiten. Zum zweiten unterliegen sie selbst einem rasanten Fortschritt. Auch haben sie in vielen Branchen mittlerweile industrielle Anwendungs-Reife erlangt. Einen guten Überblick über den Stand und aktuelle Trends des Additiven Manufacturings (AM) lieferte die diesjährige Rapid.Tech. Die Rapid.Tech. 2011 fand vom 24. bis 25. Mai zum achten Mal in Erfurt statt.
Spinnen-Roboter gewinnt Preis auf Rapid.Tech.2011
Den STUDENT DESIGN AWARD for Rapid Manufacturing gewann Kai Ondratschek. Ondratschek studiert an der Universität Stuttgart. Er hat einen Laufroboter mit Namen „ArachNOphobia“ entwickelt. Der Roboter adaptiert auf bionische Weise das Fortbewegungs-Prinzip einer Spinne. Als Erkundungswerkzeug in gefährlichen Umgebungen kann er eine wichtige Rolle spielen. Beispielsweise bei der visuellen Aufklärung, Datenerhebung oder -auswertung.
Über 1.200 Besucher auf Rapid.Tech.2011
An den zwei Tagen besuchten rund 1.200 Messebesucher und Tagungsteilnehmer die Rapid.Tech.2011. Sie besuchten thematisch vielfältige Vorträge und informierten sich ausgiebig an den 56 faszinierenden Messeständen. Unter anderem standen die neuesten Maschinen, Softwares, Messtechniken und Anwendungs-Möglichkeiten im Fokus. Drei Fachforen, eine Anwender-Tagung und der Konstrukteurstag machten eines deutlich. In allen Branchen führen viele Wege nach Rom. Entweder führt ausgefuchste Technologie schneller zum Ziel als konventionelle Verfahren oder eben gar nicht.
Anwender-Tagung auf der Rapid.Tech.2011: Prozess-Optimierung
Die Teilnehmer der Anwender-Tagung beschäftigte immer wieder die Frage, wie Prozesse optimiert werden können. Wichtig dabei sind vor allem die Qualitätssicherung. Auch die Chancen zur Kombination von Verfahren sollten genutzt werden.
Rapid.Tech.2011 mit Fachforum „Luftfahrt“
Im Mittelpunkt des erstmals veranstalteten Fachforums „Luftfahrt“ standen unter anderem Anforderungen an Materialien. Die sind naturgemäß während eines Fluges sehr vielfältig. So müssen die Werkstoffe extreme Temperatur-Unterschiede ebenso aushalten wie starke Luftdruck-Schwankungen. Auch müssen sie mit anderen Materialien verträglich sein.
Fachforum „CAD/CAM und Rapid Prototyping in der Zahntechnik“
Das zweite Fachforum hieß „CAD/CAM und Rapid Prototyping in der Zahntechnik“. Hier wurden die Fortschritte der Anwendungen additiver Verfahren in der Dentaltechnik gezeigt. Die heute mögliche hohe Präzision der Werkstücke stellt höchste Anforderungen an die Qualitäts-Sicherung. Denn jeder Arbeitsschritt birgt auch mögliche Fehlerquellen.
Last but not least: Fachforum „Medizintechnik”
Ein weiterer Bereich der generativen Fertigungs-Verfahren ist die Medizintechnik. Dieses Fachforum präsentierte die erweiterten Funktionen und auch wirtschaftliche Vorteile von generativ gefertigten Implantaten. Inzwischen lässt sich eine Trend hin zu individueller Massenfertigung erkennen. Dies liegt vor allem am Zuwachs an biometrisch gewonnenen digitalen Daten.
Konstrukteurstag auf Rapid.Tech.2011
Die Potenziale additiver Verfahren beschäftigten auch die Teilnehmer auf dem Konstrukteurstag. Dabei ging es nicht allein um das Entwickeln von Prototypen. Es ging auch darum, wie die neuen Verfahren Eingang in neue Wachstumsbranchen finden können. Anhand von Fallbeispielen wurde erörtert, wie der Herstellungs-Prozess bereits in der Konstruktions-Phase beeinflusst wird.
Die nächste Fachmesse und Anwendertagung für Rapid-Technologie Rapid.Tech findet am 8. und 9. Mai 2012 statt.

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