Erfurt | 14.11.2011

Bauhaus.SOLAR: Langfristige Lösungen für die Zukunft von Gebäuden im Fokus
Weltweit stellt sich eine immer drängendere Frage: Wie kann die Energie-Versorgung umweltfreundlich, sozial verträglich und wirtschaftlich organisiert werden?
Weitsichtige Antworten sind gefragt. Vom 8. bis 9. November 2011 diskutierten auf dem 4. Internationalen und wissenschaftlichen Kongress Bauhaus.SOLAR rund 350 Teilnehmer aus zehn Ländern Konzepte und Lösungen.
Aufbruch in die Zukunft von Gebäuden
Die Vorträge und Diskussionen machten eines deutlich: Langfristig gibt es nur tragfähige Lösungen, wenn in größeren Zusammenhängen und fachübergreifend gedacht und gehandelt wird.
Fach- und branchenübergreifend verdeutlichten alle Referenten, von Architekten bis Netzbetreibern, ihren starken Willen und ihre Bereitschaft, gemeinsam nach neuen Lösungen zu suchen. Dr. Hubert Aulich, Vorstandsvorsitzender des Veranstalters SolarInput e. V., rief dazu auf, „neue Wege zu suchen, die Photovoltaik in Gebäude und Landschaft ganzheitlich zu integrieren. Dafür müssen Architekten, Baustoff- und Solar-Industrie noch enger zusammenarbeiten. Architekten sollten die Qualität Energie mehr in ihren Fokus rücken“. Außerdem forderte er alle Beteiligten dazu auf, „für die neuen Technologien ästhetisch ansprechende Lösungen zu finden. Denn nur damit steigt auch ihre Akzeptanz in der Gesellschaft.“
Von einer ganzheitlichen Betrachtung
Um aktuelle Herausforderungen zu bewältigen, muss sich die Fragmentierung der Aufgaben des Bauens wandeln. So die Meinung von Prof. Dr.-Ing. Karl Beucke, Rektor der Bauhaus-Universität Weimar.
Er plädiert daher für eine gesamtheitliche Betrachtung: „Die Kommunikation von Planenden und Ausführenden muss verbessert werden, damit die ehrgeizigen Klimaschutz-Ziele im Bauwesen auch tatsächlich erreicht werden. So gilt es, den Einsatz von Photovoltaik und anderen erneuerbaren Energien beim Bau nicht separat zu betrachten, sondern diese immer in das Gesamtkonzept der Gebäude zu integrieren.“
Handlungsbedarf – Identifikation der Problem-Felder
Das abschließende Plenum benannte noch offene Aktionsfelder – wie die Baustoff-Industrie noch stärker in die Entwicklung mit einzubeziehen. Auch bei der Ausbildung gibt es noch großen Bedarf. So fehlen in Deutschland bislang ausreichend Lehrstühle für Technische Gebäude-Ausrüstung, einem Schlüsselbereich für das erfolgreiche Umsetzen neuer innovativer technologischer Baukonzepte.
Von zentraler Bedeutung ist auch die Integration erneuerbarer Energien bei der Sanierung von Altbauten. Bei einer Sanierungsrate von maximal zwei Prozent pro Jahr wird der Bestand frühestens in 50 Jahren heutige Kriterien erfüllen. Bei jedem Sanierungsobjekt sollte also die energetisch optimale Lösung angestrebt werden.
Bauhaus.SOLAR mit großer „Strahlkraft“
Auch 2011 zeigte der Kongress eine starke Wirkung. Rund 350 Fachbesucher verfolgten die über 40 Präsentationen. Der Kongress ist als wichtige jährliche Veranstaltung im Kalender der deutschen und europäischen Solar-Wirtschaft, Architektur und Wissenschaft etabliert.

B4B MITTELSTAND bedient den aktuellen Informationsbedarf des Mittelstands. Die Beiträge vermitteln einen Überblick über das jeweilige Thema und zeigen dessen praktischen Nutzen auf.