Thüringer Wirtschaftsministerium

Thüringen verhandelt mit 92 Investoren

Eisenach / Wartburgkreis | 30.12.2010

Thüringen ist als Wirtschaftsstandort attraktiv: Das belegen hier ansässige Niederlassungen von Weltkonzernen - wie Carl Zeiss, Bosch oder Siemens - ebenso wie das Interesse von Investoren aus dem In- und Ausland an einer neuen Ansiedlung im Freistaat.

Allein im zu Ende gehenden Jahr haben sich laut Thüringer Wirtschaftsministerium weitere 44 Unternehmen zu einer Ansiedlung im Freistaat entschlossen und sind mit Fördermitteln dabei unterstützt worden. So errichtet der Logistikdienstleister für die Einzelhandelskette Netto vor den Toren der Landeshauptstadt ein Warenverteilzentrum. Ein weiteres entsteht im Eichsfeld für die Supermarktkette Kaufland. In diesen und weiteren Unternehmen sollen 727 neue Dauerarbeitsplätze entstehen, kündigten die Investoren an. Dazu investieren die Firmen 129 Millionen Euro und werden mit 33 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur gefördert.
Beleg dafür, dass die Thüringer Wirtschaft die Krise überstanden hat, sind auch die geplanten Erweiterungen der Kapazitäten in zahlreichen Unternehmen im Freistaat. So kündigte etwa der Daimler-Motorenbauer MDC Power in Kölleda an, die Fertigung aufzustocken und dabei etwa 250 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Ausgebaut werden auch die Fertigungsstätten des Kurbelwellenherstellers Feuer Powertrain in Nordhausen, der Antec Solar in Arnstadt oder des gemeinsamen Turbinen-Wartungswerkes von Lufthansa und Rolls Royce N3 Engine Overhaul Services am Erfurter Kreuz. Es seien 103 geplante Erweiterungen bekannt, bestätigte auch das Wirtschaftsministerium einen Trend zum Kapazitätsausbau. Die geplanten Investitionen der Unternehmen im Umfang von 322 Millionen Euro fördert man mit Zuschüssen in Höhe von rund 55 Millionen Euro. Durch den Ausbau der Fertigungsstätten entstehen etwa 800 neue Arbeitsplätze.

Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) wertet die Zahlen als Zeichen für die wachsende Investitionsbereitschaft der Thüringer Wirtschaft. "Die Stimmung ist gut, die Unternehmen haben auf Aufschwung geschaltet, viele investieren wieder und schaffen neue Arbeitsplätze", sagte der Minister. Allerdings sei das kein Selbstläufer, nach wie vor gebe es Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung, so etwa die Finanz- und Eurokrise, das Auslaufen der Konjunkturpakete, die schwächelnde amerikanische Wirtschaft. "Wir brauchen deshalb weiter eine gezielte Unterstützung von Investitionen", so Machnig: "Dazu müssen wir die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern, die Fördermöglichkeiten über EU- und Bundesprogramme in vollem Umfang mobilisieren und die Finanzierung neuer Investitionen durch die Banken sicherstellen."
Derzeit verhandelt die Landesentwicklungsgesellschaft in Erfurt mit 92 potenziellen Investoren, darunter 49 Unternehmen aus dem Ausland. Die planen nach den Angaben des Wirtschaftsministeriums Investitionen in einem Gesamtwert von mehr als 2,4 Milliarden Euro. Damit verbunden ist die Hoffnung auf rund 7800 neue Arbeitsplätze im Freistaat, etwa in der Energietechnik oder im Automobilbau oder der Zulieferindustrie für die Luftfahrt. (Thüringer Allgemeine)
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