Eisenach / Wartburgkreis | 12.08.2010
Im Rechtsstreit um die Windräder nahe der Wartburg sucht Thüringen für den Investor nach einem geeigneten Alternativstandort. Das Land könne nicht akzeptieren, dass durch die gerichtliche Genehmigung von zwei Windkraftanalgen bei Eisenach das Weltkulturerbe in Frage gestellt wird, erklärte Thüringens Bauminister Christian Carius (CDU) am Mittwoch nach einem Gespräch mit Kommunalvertretern in Eisenach.
Das Land werde gegen die Entscheidung des Gerichts "alle Rechtsmittel" ausschöpfen, betonte der Minister. Das Verwaltungsgericht in Meiningen hatte den Widerspruch des Landes von 2005 gegen die Baugenehmigung aufgehoben und damit nach einem mehrjährigen Baustopp den Bau des Windparks genehmigt.
Der knapp acht Kilometer entfernte Standort der geplanten Windräder ist mit 460 Höhenmetern rund 50 Meter höher gelegen als die Wartburg. Bei 140 Meter hohen Masten erreichen die Anlagen mit den Rotoren von 82 Metern Durchmesser eine Gesamthöhe von über 200 Metern. Damit seien nach Einschätzung von Burghauptmann Günter Schuchardt die Fernsicht auf die Burg und der Panoramablick von der Burganlage erheblich beeinträchtigt.
Carius kündigte für das neue Landesentwicklungsprogramm bis 2025 einen "erweiterten Schutz" von kulturell und touristisch sensiblen Bereichen an. Das betreffe auch die Ausweisung von Vorranggebieten für Windkraftanlagen. Die Sicherung und Weiterentwicklung der Thüringer Kulturlandschaft hätten in dem Landesprogramm "einen zentralen Stellenwert", fügte er hinzu. (epd)