Eisenach / Wartburgkreis | 29.12.2010
Ein einheimischer Unternehmer kauft die Brauerei und will in den Standort investieren. Der Insolvenzverwalter geht davon aus, dass bald wieder Bier in der Wartburgstadt gebraut wird. Bei dem Investor handelt es sich um einen branchenfremden Geschäftsmann aus Eisenach. Das teilte der Erfurter Rechtsanwalt Peter Scholl, der im September zum Insolvenzverwalter für die hiesige Brauerei bestellt worden war, gestern mit. Zum 1. Februar 2011 werde die neu gegründete Firma Wartburg Brauerei Eisenach GmbH i.G. die geschäftlichen Aktivitäten übernehmen. Der Kaufvertrag für die Immobilie in der Wartburgallee sei bereits abgeschlossen.
"Für alle Beteiligten stellt der Verkauf an die Wartburg Brauerei Eisenach GmbH i.G. ein sehr gutes Ergebnis dar, wobei besonders erfreulich ist, dass alle vier Arbeitsplätze erhalten werden und der Verbleib des Unternehmens am Standort Eisenach auch zukünftig gewährleistet ist", so Scholl. Zumal auch der Betriebsrat diese Übernahme "in erheblichem Maße" unterstützt habe.
Dem Insolvenzverwalter war es nach eigener Aussage gelungen, nicht nur den Geschäftsbetrieb weiterzuführen, sondern sogar auszubauen, weil die Liefersicherheit nach Engpässen im Sommer wieder gewährleistet war. Zuletzt wurde nach Eisenacher Rezeptur bei Braugold in Erfurt gebraut und in Sachsen abgefüllt. Braugold liefert auch nach wie vor Wartburgpils und Export, so wie es vertraglich zugesichert worden sei, informierte der Insolvenzverwalter weiter. Wo genau aber im Moment das Eisenacher Bier gebraut wird, darüber wird nicht gern gesprochen. Weil befürchtet wird, dass der Markenname verloren gehen könnte. Ende November war bekannt geworden, dass Braugold seine Bierproduktion ebenfalls einstellen musste und in Erfurt nur noch die Grundwürze hergestellt wird. Der Brauvorgang und das Abfüllen der Flaschen ist nach Braunschweig verlegt worden (unsere Zeitung berichtete).
Doch Scholl ist optimistisch, was die Zukunft für Eisenach betrifft: "Mit dem Verkauf soll kurzfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens wieder hergestellt und gesichert werden. Hierzu plant die neue Firma zahlreiche Investitionen, insbesondere in die Wiederaufnahme eines eigenen Brauereibetriebes." Der Rechtsanwalt, der das Insolvenzverfahren zur Eisenacher Brauerei GmbH weiter führt, zeigte sich überzeugt, dass durch den Verkauf an die Wartburg Brauerei Eisenach GmbH i.G. "zukünftig wieder Bier in und insbesondere für Eisenach gebraut wird". (Thüringer Allgemeine)
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