Zahlungen nach einem Unfall sind nicht zu versteuern

Praxisausfallversicherung

Expertentipps | 28.08.2009

Erstattet eine sogenannte Praxisausfallversicherung im Falle einer Erkrankung des Betriebsinhabers die fortlaufenden Betriebskosten, so sind diese Versicherungsleistungen nicht zu versteuern.

Die Beiträge zu dieser Versicherung sind jedoch auch nicht als Betriebsausgabe absetzbar (BFH, Urteil vom 20.05.2009 - VIII R 6/07). Eine Praxis- oder Kanzleiausfallversicherung ersetzt die fortlaufenden Praxis- oder Kanzleikosten (Miete, Leasingraten, Personalkosten usw.) im Falle einer krankheits- oder unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit. Sie wird deshalb hauptsächlich von Freiberuflern und Einzelgewerbetreibenden in Anspruch genommen. Im Streitfall hatte die Versicherung einer Ärztin die fortlaufenden Betriebskosten erstattet, nachdem sie längere Zeit krank geschrieben war.

 

Ob Ansprüche und Verpflichtungen aus einem Versicherungsvertrag zum Betriebsvermögen eines Unternehmens gehören richtet sich nach der Art des versicherten Risikos. Bezieht sich die Versicherung auf ein betriebliches Risiko, führt sie zu Betriebsausgaben und Betriebseinnahmen; ist dagegen ein außerbetriebliches Risiko versichert, können Ausgaben allenfalls als Sonderausgaben berücksichtigt werden, während die Einnahmen (die Versicherungsleistungen) nicht steuerbar sind.

Nach Ansicht des Bundesfinanzhofes (BFH) stellen die Zahlungen der Versicherung im vorliegendem Fall keine Betriebseinnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit dar. Die Praxisausfallversicherung sei nämlich eine private und keine betriebliche Versicherung, da durch sie das Krankheitsrisiko abgedeckt wird. Krankheit ist, von Sonderfällen wie der Berufskrankheit abgesehen, kein betriebliches, sondern ein privates Risiko.

Der BFH stellt in seinem Urteil auch klar, dass auf der anderen Seite die Versicherungsbeiträge in diesen Fällen nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden können.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesfinanzhofes vom 05.08.2009.

 

zurück drucken versenden verlinken

Recht

Verträge über IT-Leistungen und mehr

Ihnen ist sicher folgende Situation geläufig: Software soll neu beschafft werden, die IT-Abteilung im Unternehmen hat ... [ zum Artikel » ]

Kein Zugriff für das Finanzamt

Finanzamt kann Zugriff auf Daten gesetzlich nicht vorgeschriebener elektronischer Aufzeichnungen nicht verlangen. [ zum Artikel » ]

Häusliches Arbeitszimmer

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in seinem Beschluss vom 25.08.2009 (VI B 69/09) ernstliche Zweifel an der ... [ zum Artikel » ]

BDSG-Novelle und die Änderungen Teil 1

Gesetzesänderung: Deutliche Änderungen des Bundesdatenschutzgesetzes zum 1.9.2009 und die Auswirkungen auf Ihr ... [ zum Artikel » ]

Archiv "Recht"

Hier finden Sie alle bisherigen Veröffentlichungen. [ zum Artikel » ]

Steuern

Steuerklassenwahl 2010

Das Bundesfinanzministerium hat am 22.10.2009 ein Merkblatt zur Steuerklassenwahl für Arbeitnehmer-Ehegatten für das ... [ zum Artikel » ]

Praxisausfallversicherung

Erstattet eine sogenannte Praxisausfallversicherung im Falle einer Erkrankung des Betriebsinhabers die fortlaufenden ... [ zum Artikel » ]

Steuerklassenwechsel

Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts Eltern können Eltern vor der Geburt ihres Kindes die Steuerklassen ... [ zum Artikel » ]

Bürgerentlastungsgesetz

Der Bundestag hat am 19.06.2009 das sogenannte Bürgerentlastungsgesetz beschlossen, wonach ab 2010 Beiträge zur ... [ zum Artikel » ]

doppelte Haushaltsführung

Der BFH hat seine Rechtsprechung zur doppelten Haushaltsführung nach Wegverlegung des Familienwohnsitzes vom ... [ zum Artikel » ]

Archiv "Steuern"

Hier finden Sie alle bisherigen Veröffentlichungen zum Thema "Steuern". [ zum Artikel » ]